Über Sitterswald

Sitterswald ist ein Ortsteil der saarländischen Gemeinde Kleinblittersdorf im Regionalverband Saarbrücken. Bis 1.Januar 1974 war Sitterswald eine eigenständige Gemeinde. Der Ort liegt im südlichen Saarland an der Grenze zu Frankreich zwischen dem Unterlauf der Blies und Auersmacher.In den beiden anderen Richtungen zwischen Bliesransbach und Rilchingen-Hanweiler. Seit der Gebiets- und Verwaltungsreform von 1974 gehört der Ort neben Auersmacher, Bliesransbach und Rilchingen-Hanweiler der Großgemeinde Kleinblittersdorf im Regionalverband Saarbrücken an. Mit rund 1.500 Einwohnern (Stand 2007) stellt Sitterswald den kleinsten Teil der Gesamtbevölkerung und mit 172 Hektar auch der kleinste Teil der gesamten Gemarkungsfläche der Gemeinde Kleinblittersdorf.



 

Chronik

Im Jahr 1935 wurde die Siedlung Sitterswald von den Gemeinden Auersmacher und Hanweiler gegründet. Bereits zwei Jahren später, am 01. Juni 1937, fanden sich engagierte und hilfsbereite Männer zusammen und riefen den Löschzug Sitterswald ins Leben.

Die Gründungsversammlung fand in Anwesenheit der 15 Gründungsmitglieder statt, dies waren: Brandmeister Peter Mang (Löschzugführer), Oberlöschmeister Bernhard Staudt,   Josef Mühlbach, Löschmeister Peter Recktenwald,  Wilhelm Winzer, Oberfeuerwehrmann Paul Perrin, Nikolaus Breit, Helmut Holreiter und Wilhelm Ludt, Feuerwehrmänner  Xaver Hoffmann, Alois Bohn, Wilhelm Hartmann, Albert Quirin, Jakob Claus und Heinrich Röser.

Nachdem die Mannschaft den Löschzug Sitterswald gegründet hatte, wurde dieser mit den notwendigen Gerätschaften ausgestattet. Den ersten fahrbaren Untersatz, ein hölzerner Löschkarren, bauten die Wehrmänner in gemeinsamer Arbeit selbst. Da nun jedoch kein Gerätehaus vorhanden war, bekam die Wehr einen Kellerraum  in dem damaligen Kindergarten in der Saarbrückerstrasse (heutige Siedlerstrasse) zugewiesen.

Die Wehr wurde 1941 nach dem ersten Luftangriff vor völlig neue Aufgaben gestellt, keiner der damaligen Feuerwehrmänner konnte das zugeteilte Alarmhorn bei Luftalarm blasen. Auf Anforderung von dem damaligen Löschzugführer Staudt wurde Nikolaus Hoffmann der Feuerwehr unterstellt und musste somit das Horn bei Luftangriffen blasen.

Durch Einberufung mehrerer Feuerwehrmänner wurde es notwendig, dass weitere 7 Angehörige aus den Reihen der HJ-Jugend dem Löschzug Sitterswald unterstellt wurden.

Nach dem Kriegsende stand die Wehr vor einem Nichts, das verbleibende noch funktionsfähige Feuerlöschgerät bestand aus einem Stahlrohr, einem Standrohr und 2 Schläuchen. Der Löschzug Sitterswald erhielt im Jahre 1952 einen neuen Löschkarren, für den jedoch keine Unterstellmöglichkeit bestand, da der ehemalige Raum im Zollhaus zum Kindergarten umgebaut wurde. Der Löschkarren fand vorübergehend unter einer selbstgebauten Überdachung auf dem Grundstück von Löschmeister Recktenwald seinen Platz.

Nachdem die Gemeinden Auersmacher und Rilchingen-Hanweiler,  zu denen Sitterswald damals gehörte, 1953 ein Feuerwehrgerätehaus bauten, bekam der Löschzug Sitterswald die fehlenden  Löschgeräte und Ausrüstungsgegenstände ersetzt.

Nach C- und B-Schläuchen erhielt die Sitterswalder Wehr einen Leiterkarren mit einer 3-teiligen Schiebeleiter und zwei Hakenleitern. Ein Tragkraftspritzenfahrzeug übergab der Amtsvorsteher des Amtes Kleinblittersdorf Herr Lang am 13.Februar 1962 dem Löschzug Sitterswald, somit war auch Sitterswald als letzter Ort des Amtes Kleinblittersdorf mit einem motorisierten Fahrzeug (TSF auf FK1250) ausgestattet.

Nach der Gebietsreform 1974 wurde der Löschzug Sitterswald zum Löschbezirk Sitterswald der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Kleinblittersdorf. Ende 1974 und 1975 erhielt der Löschbezirk Sitterswald jeweils zwei Pressluftatmer, so dass der Löschbezirk voll mit schwerem Atemschutz ausgerüstet war. Es wurden auch noch weitere fehlende Gerätschaften angeschafft. Da die Ausrüstung zu diesem Zeitpunkt auf einem guten Stand war, jedoch keine Möglichkeit bestand einen theoretischen Unterricht abzuhalten, (Gerätehaus bestand nur aus einem Garagenraum) musste man sich um eine Lösung bemühen.

1977 fand ein Umbau des Gerätehauses statt, das bestehende Garagengebäude wurde auf der Rückseite um einen Schulungsraum, sowie dem fehlenden Sanitärbereich erweitert.

Die moderne Technik erforderte, dass zu dem bereits im Löschbezirk vorhandenen tragbaren Sprechfunkgerät ein neues stationäres Sprechfunkgerät in das Löschfahrzeug eingebaut werden musste. Somit war sichergestellt, dass die Feuerwehr auch während eines Einsatzes für die Leitstelle erreichbar blieb und schnell auf Veränderung reagieren konnte.

Um die Leistungsfähigkeit der Feuerwehrmänner unter Beweis zu stellen, hat die Gruppe von 9 Mann am 27.10.1984 beim Leistungswettbewerb für das Saarländische Leistungsabzeichen in Silber in Friedrichstal mit Erfolg teilgenommen. Die Mannschaft bestand aus Helmut Sehmer (Gruppenführer), Binger Stefan, Bohr Karl-Leo, Fackel Hans, Focht Werner, Laschinger Heinz, Ludt Kurt, Quartz Jürgen und Schmidt Willi.

So gut der Wettbewerb für die Sitterswalder Feuerwehrmannschaft war, so schlecht war die Hinfahrt für das bereits 23 Jahre alte Löschfahrzeug. Auf der Autobahn vor St.Ingbert machte das Fahrzeug schlapp.

Da in Sitterswald nur ein Fahrzeug zur Verfügung stand, war für die Bürger von Sitterswald ab sofort der Brandschutz nicht mehr gewährleistet. Durch das schnelle Handeln des damaligen Brandinspekteurs Willi Wartenpfuhl bekam die Wehr das Löschgruppenfahrzeug LF8 der Landesfeuerwehrschule zur Verfügung gestellt. Dank des damaligen Bürgermeister Küster und des Gemeinderates konnte bereits am 10.02.1985 ein neues Löschfahrzeug LF 8 mit Vorbaupumpe, Tragkraftspritze TS 8/8 und Notstromerzeuger beschafft werden.

Ende der 90er Jahre wurde der Löschbezirk Sitterswald nach und nach mit Funkmeldeempfänger ausgestattet, somit war eine Alarmierung ohne Sirene sichergestellt. Das bisherige Fahrzeug LF8 wurde 1992 durch ein LF8/S ersetzt. Das Fahrzeug verfügt über einen eingebauten Wassertank mit 1200 Liter Wasser und Pressluftatmer in der Mannschaftskabine, die bereits während der Fahrt zum Einsatz angelegt werden können. Dies spart wertvolle Zeit und der Wassertank ist für die erste Brandbekämpfung ausreichend, ohne zunächst mehrere Meter Schlauch zu verlegen.

In den kommenden Jahren wurden die Wehrmänner durch Zuschuss aus der Feuerschutzsteuer des Stadtverbandes Saarbrücken mit sogenannten Nomex-Jacken ausgerüstet. Die im Löschbezirk vorhanden Atemschutzgeräte wurden durch moderne Überdruck-Atemschutzgeräte ersetzt.

In den letzten Jahren konnte ein Anstieg beim Interesse der Jugendlichen im Hinblick auf die Jugendwehr verzeichnet werden. Die Mitgliederzahl stieg und es wurde überlegt, wie man der Jugendfeuerwehr einen eigenen Raum zur Verfügung stellen könnte. So beschloss der damalige Löschbezirksführer Sehmer Volker im Namen des Löschbezirkes einen Bauantrag beim Ortsrat einzureichen.

Der Löschbezirk Sitterswald schlug vor, den über dem jetzigen Schulungsraum leer stehenden Speicher auszubauen. Der Vorschlag wurde vom Ortsrat, dem Gemeinderat und Herrn Bürgermeister Bretter bewilligt. Der Umbau wurde vom Bauamt der Gemeinde Kleinblittersdorf geplant nach den Ideen der Feuerwehrleute des Löschbezirkes und in Eigenarbeit der Wehrmänner durchgeführt.

Danach ist der Löschbezirk Sitterswald stolzer Inhaber eines schöneren Gerätehauses mit großem Schulungsraum (ehemaliger ungenutzter Speicher), Jugendumkleide, Abstellkammer und einer Küche.

Im Jahre 2001 wurde im Feuerwehrgerätehaus der bestehende Telefonanschluss durch einen modernen ISDN-Anschluss ersetzt, durch den Stadtverband wurde ein leistungsfähiges Faxgerät beschafft, um besser und schneller die Einsatzmeldung zu übermitteln und somit aktuelle Informationen / Geschehnisse mitteilen zu können.

Durch Neuanschaffung eines Rettungssatzes für die Technische Hilfe bei Verkehrsunfällen im Löschbezirk Kleinblittersdorf wurde der bestehende Rettungssatz frei und in der Wehrführung überlegte man, wo man diesen zusätzlichen zweiten Satz verladen könnte. Da Sitterswald die Möglichkeit zur Verladung hatte, wurde nach kurzem Umbau des Fahrzeuges dieser dort untergebracht. Somit wurde die Alarmordnung geändert und bei Verkehrsunfällen fahren nun zwei Löschbezirke zum Einsatz, um schnellere Hilfe zu leisten.

Am Tag der offenen Tür der Feuerwehr Sitterswald bekam der Löschbezirk durch den Förderverein eine Schaumpistole überreicht. Dies war nur durch Spenden und Beiträge der Fördervereinsmitglieder möglich. Diesen Mitgliedern möchten wir noch unseren besonderen Dank aussprechen, da sie uns besonders stark unterstützen.

Der Löschbezirk stellte im Jahre 2007 den Antrag zur Vergrößerung des Gerätehauses an den Ortsrat Sitterswald.  Da in Auersmacher das Gerätehaus auch in einem schlechten Zustand ist und das Land der Gemeinde eine beträchtliche Förderung zusagte, wenn man zwei Löschbezirke unter einem Dach vereine, wurde dieses Thema heiß diskutiert. Es wurde der Entschluss getroffen, dass man dieses Gerätehaus in der Mitte zwischen den zwei Orten bauen könnte.  Nach Gesprächen wurde dann der Platz nahe an Auersmacher vorgezogen. Zurzeit werden die ersten Entwürfe gezeichnet und die Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern abgeschlossen, so dass es in den nächsten Jahren mit dem Bau des neuen Gerätehauses losgehen könnte.

Im Jahr 2012 wurde begonnen die Nomexjacken, die mittlerweile in die Jahre gekommen sind, durch neue zu ersetzen. Da die Kosten für solche Schutzjacken sehr hoch sind, muss dies über Jahre verteilt werden. Der Löschbezirk wurde bis jetzt mit sechs dieser neuen Jacken ausgestattet.

Zum Abschluss bleibt nur so viel zu sagen, dass der Löschbezirk Sitterswald sehr gut ausgerüstet ist. Dies war jedoch nur möglich durch das Bereitstellen der finanziellen Mittel der zuständigen Behörden, dem Förderverein des Löschbezirkes Sitterswald und das Engagement und Verständnis aller die dazu beigetragen haben.

 

 

 

Ortsgeschichte

Ortsgeschichte

Der Boden, auf dem Sitterswald errichtet wurde, teilte vor 1935 die Geschichte von Rilchingen-Hanweiler. Die Grundsteinlegung des Ortes Sitterswald erfolgte im Jahr 1935.

Im Jahr 1935 kam es zum Bau der Kleinsiedlung Sitterswald, die zunächst noch „Auersmacher Siedlung“ genannt wurde. Es sollte ein Dorf werden, welches nicht, wie alle anderen Dörfer der Umgebung, organisch gewachsen war, sondern auf dem Reißbrett entworfen wurde. Der Entwurf hierzu stammte von der Reichsheimstätte der NSDAP und der DAF und wurde nach der Rückkehr des Saarlands zum Deutschen Reich verwirklicht. Solche Siedlungen entstanden zeitgleich in Griesborn, Dorf im Warndt und in Neunkirchen-Haus Furpach. Zunächst waren 215 Siedlerstellen, 10 Großsiedlerstellen und 17 Eigenheime geplant. Eine Kirche war beim heutigen Quallenbrunnen geplant, ein Feierabendhaus an der ehemaligen Bäckerei Bur. Für den Sportplatz waren Teile des Mühlenwaldes vorgesehen. Dieser Plan wurde weitgehend beibehalten, allerdings gab es Änderungen beim Standort der Kirche und des Sportplatzes. Im September 1935 erfolgte der erste Spatenstich im Flur „Naualmet“, heute Ellwiesergarten.

Am 25. Juni 1937 befasste man sich auf dem Reichskommissariat mit dem Schulhausneubau in der Siedlung Auersmacher-Sitterswald. Eine Turnhalle war ebenfalls geplant, die zeitgleich mit dem Schulhaus errichtet werden sollte. Die Realisierung erfolgte aber erst nach dem zweiten Weltkrieg

In den Jahren 1952 bis 1956 wurde die katholische Kirche erbaut.

Seit 1992 besteht eine Partnerschaft mit Behringen (Thüringen).

Seit 1995 verbindet eine Fußgängerbrücke über die Blies als Freundschaftsbrücke Deutschland  mit Frankreich.

(Quelle: Wikipedia)

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